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Histo-Monte | Rallyebericht

Auftrag: Teilnahme an der Winterrallye - AvD Histo-Monte 2012
Zeit: 09. bis 12.02.2012
Ort: Hanau bis Monte-Carlo – ca. 1700 KM

Hintergrund: Die Rallye Monte-Carlo!

Wer kennt sie nicht? Wem sind die sagenumwobenen Geschichten um die Rallyeasse jener Zeiten nicht geläufig? Man würde wohl lange nach jemandem suchen müssen, der nicht wenigstens von dieser „Mutter aller Rallyes“ gehört hatte. Ausgetragen seit 1911 und bis 2008 ausgerichtet vom Automobil Club von Monaco, ist sie heutzutage Teil der Intercontinental Rallye Challenge. Namen wie Walter Röhrl (viermaliger Sieger), Ari Vartanen, Didier Auriol und viele mehr, sowie eine Vielzahl von siegreichen Marken wie Porsche, Lancia, Mini, Subaru und viele andere sind mit ihr verbunden.

Seit 1992 bietet die von Deutschland startende AvD Histo-Monte die Möglichkeit in historischen Fahrzeugen auf den Spuren der Rallye Monte Carlo zu fahren und sich den Schwierigkeiten und Herausforderungen dieser einzigartigen Winter-Rallye zu stellen. Startort ist jeweils Hanau, Zielort selbstverständlich Monte Carlo. Über rund 1700 Km führt die jährlich leicht wechselnde Streckenführung über winterliche Straßen zum Ziel. Eine Vielzahl von GLP-Wertungsprüfungen (Gleichmäßigkeitsprüfungen), ohne Streckensperrung, garantiert hierbei einen sportlichen, aber dem Gedanken des historischen Motorsports verschriebenen Wettbewerb unter den Teilnehmern.

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Im Jahr 2012 stand nun die 18. Ausgabe der AvD Histo-Monte an. Zugelassen waren zunächst historische Fahrzeuge bis Baujahr 1985, sowie in einer Sonderklasse darüber hinaus aus Youngtimer bis 1992. Und hier kamen wir ins Spiel. Wir, dass sind Andreas Riefer und Thomas Englert.

Seit Jahren befreundet und dem Thema Porsche ganz nahe und dem Thema historischer Motorsport nicht ganz fremd. Andreas war bis dato mit seinem Porsche 924 S bereits bei verschiedenen Bergrennen und auch bereits mehrmals beim Eifelrennen auf dem Nürburgring gestartet. Die Teilnahme an einer Rallye stand bisher aus. Der Porsche 924 S, Bj. 1985, ca. 1060 KG leicht, dank Transaxle Bauweise gut ausbalanciert und mit knapp 200 PS recht leistungsstark, sollte nach ein paar kleineren Anpassungen hierfür eigentlich gut geeignet sein.

Thomas hatte zwar noch nie als Beifahrer bei einer Rallye in einem Auto gesessen, aber Kenntnisse um das Reglement (sehr wichtig!) sowie die Handhabung von Roadbook, Tripmaster, Stoppuhr und Schnitttabellen sollten erlernbar sein. Ziel war es, nicht als letzter ins Ziel zu kommen. Als persönlichen Erfolg wollten wir es werten, wenn wir uns vorne unter den letzten 10 der zu erwartenden 60 Teilnehmer platzieren könnten. Nachdem dies geklärt war, meldeten wir uns also am 12.10.2011 für die 18. AvD Histo-Monte an. Es blieben gute drei Monate für die Vorbereitungen.

Andreas kümmerte sich hierbei um die technische Optimierung des 924 S. In der Basis war dieses Fahrzeug ohnehin schon für den sportlichen Einsatz gerüstet. Ein entkernter und von jeglichem Ballast befreiter Innenraum, ein verschraubter Käfig, Renn-Schalensitze, Vierpunktgurte, ein abnehmbares Lenkrad und viele weitere Features waren vorhanden. Zur Sicherheit wurde die zwar noch zuverlässig arbeitende, aber schon in einigen Rennen gebrauchte Kupplung gegen eine Sachs Sportkupplung getauscht. Den zu erwartenden Winterverhältnissen geschuldet, wurde die Batterie erneuter und das originale Getriebe wurde durch überholtes Getriebe mit 40 prozentiger Sperre ersetzt.

Der Unterfahrschutz wurde wieder eingebaut, was sich später als sehr sinnvolle Maßnahme herausstellen sollte. Die Bremsen wurden durch den Einsatz von EBC Stahlflex Bremsleitungen weiter optimiert. Gelbe Rennbremsbeläge waren ohnehin schon vorhanden. Der Wischermotor wurde durch einen neuen ersetzt. Selbstverständlich wurden Frostschutz und die Viskosität der Öle ebenfalls auf den Winterbetrieb eingestellt.

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Im Innenraum fand für eine punktgenaue Wegstreckenmessung ein Terratrip Tripmaster 303 seinen Platz. Der Gebersensor wurde im Bereich der rechte Vorderachse montiert, so dass das Signal von der Bremsscheibe abgegriffen werden konnte.

Die Montage gestaltete sich sehr aufwändig, gelang aber letztlich dank eigenem Improvisationstalent recht gut. m Griff- und Sichtbereich des Beifahrers wurden diverse Stoppuhren und Zusatzleuchten platziert.

Schließlich war klar, dass die Etappen jeweils bis in die späten Abendstunden führen würden und das eine Navigation ohne Zusatzbeleuchtung nicht möglich sein würde. (Obligat war zusätzlich noch das Tragen einer Kopfleuchte durch den Beifahrer.)

Diverse zusätzliche Ablagen zum Unterbringen von Verpflegung und Getränken sowie das Deponieren von Bordbuch, Schnitttabellen, Bordkarten, Kugelschreibern, Textmarkern usw. rundeten die Vorbereitungen der „Kommandozentrale“ ab. Da klar war, dass die Tagesetappen sich mit nur einer kurzen Mittagspause über gute 12 bis 13 Stunden hinziehen würden und das die Zeitlimits jeweils nur knapp zu schaffen waren, würde während der Etappen keine Zeit bleiben um erst nach längerem Suchen an Getränke und Essen heranzukommen. Alles musste in Griffweite vorhanden sein.

Da winterliche Verhältnisse zu erwarten waren, fanden Schneeketten, Anfahrhilfen, zusätzlicher Frostschutz, Eisspray und –Kratzer, Scheibenabdeckungen, ein Klappspaten, eine Brechstange (Gott sei Dank nicht gebraucht!) ein Reservekanister Benzin und weitere Kleinigkeiten ihren Platz im Kofferraum. Ein Reserverad sollte sich ebenfalls später als nützlicher Ballast herausstellen.

Ende Januar 2012 waren dann die materiellen Vorbereitungen abgeschlossen. Die Starterliste war online und so wussten wir, dass wir mit der Nummer 45 an den Start gehen würden. Gestartet würde im Minutenabstand täglich jeweils ab 08:00 Uhr und nach Reihenfolge der Startnummern. Wir würden also morgens nicht die ersten sein, aber auch nicht ganz am Ende des Feldes fahren müssen. Das waren schon mal gute Voraussetzungen.

Ein Termin für eine Trainings-Sektion wurde vereinbart und so fanden wir uns an einem Samstagnachmittag, gute zweieinhalb Wochen vor dem Start der Rallye mit dem 924 S auf den hügeligen und kurvenreichen Landstraßen des Spessarts wieder. Dieser Termin offenbarte uns, dass uns die Funktionen des Tripmasters nur bedingt verständlich waren und das die Kalibrierung desselben nur schwierig zu bewältigen war.

Im Wesentlichen war dieses Problem der fehlenden Bedienungsanleitung geschuldet, bzw. der Tatsache, dass uns letztlich verschiedene Beschreibungen zur Verfügung standen. Im Endeffekt wurde uns hier klar, dass wir im besten Fall auf die Wegstrecken- und die Zeitzählung des Gerätes bauen konnten, die anderen Funktionen, wie z.B. die Anzeige des gerade gefahrenen Schnittes für uns jedoch nicht brauchbar erschienen. Es war also klar, dass der Beifahrer während der Rallye ganz konservativ mit Stoppuhr und Schnitttabellen arbeiten musste, obwohl wir, da in der Klasse für elektronische Zeitmessung startend, eigentlich einen elektronischen Schnittrechner hätten benutzen dürfen. Leider blieb nun auch keine Zeit mehr an diesem Umstand technisch etwas zu ändern.

Der Beifahrer intensivierte nun also in den Wochen bis zum Start das Studium um Reglement, Roadbook (Eines aus den Vorjahren), Wegstreckenzählung, Zeitmessung und Schnittberechnung. Telefonate mit Freunden und Bekannten die bereits an solchen Rallyes teilgenommen hatten brachten weitere Unterstützung

Zwei Tage vor dem Beginn der Veranstaltung wurde der 924 S noch einmal bei Willms Classic Car Care in der Klassikstadt in Frankfurt auf Hochglanz gebracht.

Bei Minusgraden draußen und gutem Kaffee drinnen waren wir froh, das Christoph Willms uns so kurz vor dem Start noch dazwischen geschoben hat um das Fahrzeug hübsch zu machen.

Auch unsere schwarzen Renn-Anzüge mit Porsche Wappen und Namensschriftzug konnten wir rechtzeitig beim Schneider in Empfang nehmen. Wir hatten uns für einen einheitlichen und zur sportlichen Charakteristik des Fahrzeugs passenden Look entschieden.

Somit waren die Vorbereitungen dann punktgenau in der ersten Woche des Februars abgeschlossen. Wir waren bereit und der Tag „X“ konnte kommen!

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