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Kurbelgehäuseentlüftung

Eines der Projekte war die Kurbelgehäuseentlüftung zu modifizieren.

Dazu erst mal einige Grundlagen: der Motor bläst bei der Verbrennung einen Teil der Verbrennungsgase an den Kolben vorbei in Richtung Kurbelgehäuse. Würde man diese Gase nicht abführen, würde der Druck im Kurbelgehäuse stark ansteigen. Aus diesem Grund befindet sich beim 924/944 am unteren Teil des Öleinfüllstutzens ein Entlüftungsanschluss, die sogenannte Kurbelgehäuseentlüftung.

Aus Gründen des Umweltschutzes lässt man die Gase allerdings nicht ins Freie abblasen, sondern führt sie dem Motor über das Ansaugrohr zur vollständigen Verbrennung wieder zu.

Das hat in der Praxis aber einige Nachteile, denn die Gase aus dem Kurbelgehäuse enthalten oftmals einen starken Anteil Motoröl und andere Verbrennungsrückstände. Durch die Rückführung führt dies zu einer Verunreinigung der Ansaugluft sowie des Ansaugtrakts und damit zu einer Verschlechterung der Laufkultur und des Emissionsverhaltens. Gerade bei Fahrzeugen mit hoher Laufleistung und verschlißenen Kolbenringen können diese Öldämpfe schon einen deutlich negativen Einfluß auf die Verbrennung des Gemischs haben.

Ein weiteres Problem neben der Verunreinigung ist, das die zugeführten Gase, da sie aus dem Motor kommen auch warm/heiß sind, was die Leistung reduziert. Je kühler und sauerstoffreicher die Luft ist, umso besser ist die Verbrennung und umso mehr Leistung hat der Motor.

Das größte Problem liegt allerdings in der Herabsetzung der Klopffestigkeit durch den Ölnebel. Schon bei etwa 1% Öl in der Ansaugluft wird die Klopffestigkeit von z.B. 98 ROZ auf ca. 95 ROZ abgesenkt. Im Schiebebetrieb kann dieser Anteil auf bis zu 5% ölbenetzte Luft ansteigen! Damit wird die Oktanzahl auf ca. 90 ROZ herabgesetzt. Das kann langfristig zu Schäden am Motor führen.

Um das Ganze beim 924S zu verbessern und dabei die Umwelt trotzdem nicht unnötig zu belasten, habe ich mich für ein System mit einem sogenannten "Oli-Catch-Tank" entschieden. Der Tank ist aus massivem Alu gefrässst und hat eine Füllstandsanzeige seitlich, sowie unten eine Ablassschraube.

Bei diesem System werden die ölhaltigen Verbrennungsgase über einen Schlauch in den Tank geleitet. Dort kondensieren die Dämpfe und das Öl fängt sich. Für das System habe ich mir Halter aus 2mm Alu angefertig, welche an den original Befestigungspunkten des Luftfilters und der Tankentlüftung angeschraubt werden.

Es fehlen auf dem Bild noch die Schlauchschellen an den Anschlüssen.

Der Druckausgleich erfolgt über einen Schlauch, welcher in einem kleinen Entlüftungsfilter mündet.

Um das Sytem so einbauen zu können, muss vorher aber die original Kurbelgehäuseentlüftung entfernt werden. Diese besteht aus einem Formschlauch der unter der Ansaugspinne vom unteren Teil des Öleinfüllstutzens zum Bogen vor der Drosselklappe führt. Dort mündet es in einen Metallbogen, dieser muss entfernt und das Loch im Gummibogen natürlich verschlossen werden. Dafür habe ich einen passenden Stopfen verwendet.

 WICHTIG: Bei einigen Fahrzeugen ist es im Winter schon vorgekommen, dass die Kurbelgehäuseentlüftung eingefroren ist (VW, GOLF, POLO, aber auch bei anderen Marken) das kann zu Motorschäden führen. Porsche hat daher beim 924S u. 944 ab Mj. 88 ein Heizrohr in die Kurbelgehäuseentlüftung eingesetzt (Teilenummer: 944 616 104 00 - ca. 50,- Euro)

Für den Rennbetrieb ist das sicher kein Problem aber im Winterbetrieb bei tiefen Minusgraden könnte es evtl. schon problematisch werden.

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